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Nicht erst seit den jüngsten Aussagen hoher Vertreter der Medienbranche sorgt die Krux mit der Einflussnahme von Inserenten auf Redaktionen für Gesprächsstoff. Aus PR-Sicht fragen wir uns: Wieso spielt sich die Medienbranche den schwarzen Peter selber zu?

Daniel Abbou, Pressesprecher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg, wurde nach einem Interview mit dem PR Magazin entlassen. Die kritischen Aussagen bezüglich des Neubaus und der geplanten Wiedereröffnung kamen in der Chefetage gar nicht gut an. Da stellt sich uns gleich die Frage: Wie ehrlich darf Kommunikation denn sein?

„Adblocker“ – was bereits wie eine schlimme Krankheit klingt, ist in der Chefetage von vielen Unternehmen und Produktvertrieben tatsächlich gefürchtet. Gutes Beispiel dafür war im letzten Jahr die Bildzeitung. Sie führte eine Adblocker-Sperre auf ihrer Homepage ein und verfolgte jedes Umgehen dieser Sperre mit rechtlichen Schritten. Damit verärgerte sie nicht nur ihre Kunden, sondern erntete auch grossen Spott und Hohn. Es zeigt, dass viele Unternehmen den richtigen Umgang mit neuen Herausforderungen noch nicht gefunden haben. Anstatt Kreativität walten zu lassen, setzen sich viele Unternehmen selber Scheuklappen auf.

Ist man ein Aussenseiter, wenn man auf den sozialen Plattformen nicht präsent ist? Sagen wir mal so: Wer die Onlineplattformen noch nicht für sich selber entdeckt hat, gilt fast als Outsider. Selbst wenn er oder sie sich stumm und leise verhält und nur als Zaungast präsent ist, wird man durch die vielen Medienberichte, die sich auf Social Media Quellen stützen oder Social Media selber zum Thema machen, nicht verschont. Heisst das also im Umkehrschluss, dass Social Media omnipräsent ist und unser Leben mehr beeinflusst und prägt, als wir wahrhaben wollen? 

Die SBB machte montags Schlagzeilen – für einmal nicht mit verspäteten Verbindungen oder Zugausfällen sondern mit einer mutigen Kampagne, die sich vor nörgelnden Pendlern nicht scheuen soll. Ausgerüstet mit Kameras gab die SBB am Montag den Kunden die Möglichkeit, ihre Kritik oder auch Lob direkt mitzuteilen. Auch auf der Homepage und auf den Social Media Kanälen soll die Diskussion angeregt werden. Die Idee ist, dass Unzufriedenheit direkt angesprochen wird und die Pendler mal Dampf ablassen können. Doch lässt die SBB den Worten auch Taten folgen?

Wenn man sich heute Morgen am HB in Zürich nur schwer durch die Menschenmenge ringen konnte, hatte das einen guten Grund. Im Zuge einer Werbeaktion von der Kampagne für das bedingungslose Grundeinkommen wurden 10‘000 10-er Noten verteilt. Der Andrang war entsprechend gross – genauso wie der Medienrummel, der seit Ankündigung der Aktion bis nach der Verteilung anhält. Eine gelungene Kampagnenaktion also?

Mit dem Entscheid, dass dem Joint Venture die zielgruppenspezifische Werbung verwehrt bleibt, ist die Werbeallianz zwischen Ringier, Swisscom und der SRG eigentlich hinfällig. Dies sieht auch Andreas Häuptli vom Schweizer Medienverband so: «Ohne zielgruppenspezifische Werbung macht die Allianz keinen Sinn». Die potentiellen Synergien können so nicht ausgeschöpft werden und die eingesetzten Werbebudgets verpuffen. Zielgruppenspezifische Werbung ist wegleitend für die Zukunft und wird früher oder später von ausländischen Medien umgesetzt werden. Springt die Schweiz auf diesen Zug nicht auf, ist er abgefahren.

Während der Vermischung von redaktionellem und werblichem Inhalt mit mehr Transparenz entgegnet wird, scheinen Soziale Netzwerke nach wie vor und immer mehr dunkle Gassen ohne Gesetze zu sein. Wie in den Medien gerade heiss diskutiert wird, sind sogenannte Social Bots weit verbreitet. Von blossem Auge meist nicht von echten Sozialen Profilen zu unterscheiden, treiben sie als Meinungsverbreiter ihr Unwesen auf Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter und beeinflussen die Menschen als Propagandainstrument. Hier ist der Punkt, an dem Verantwortung aufhört, wo sie eigentlich schon lange hätte beginnen sollen. Doch es zeigt sich, dass die Menschen gerade jetzt, wo die Flüchtlingsdebatte, die Abstimmung über massive Gesetzesänderungen und die Diskussion über reale Aufklärung der Menschen so aktuell wie noch nie ist, vermehrt echte und vor allem ehrliche Kommunikation verlangen.

Liebe Partner, Freunde, Kolleginnen und Kollegen

Zum ersten Meeting der Diskussionsreihe KONTXTALKS am 28. Januar im Au Premier am HB in Zürich traf sich in der vorvergangenen Woche ein knappes Dutzend von Fachleuten aus den Bereichen, Kommunikation, Marketing und CSR. Darüber haben wir uns sehr gefreut.

 

Der 50. Superbowl liegt hinter Amerika - und hinter der Welt. Obwohl ausserhalb von Amerika American Football weder Tradition noch grossen Bekanntheitsgrad geniesst, ist der Superbowl nebst der Fussball WM wohl eines der grössten Sportevents überhaupt. Doch es sind nicht die Spielergebnisse, an die man sich hierzulande erinnert. Es sind die millionenschweren Werbespots, die Showeinlagen von Promis auf der Tribüne, die berühmte Halbzeitshow und das skandalöse Verhalten von einigen Spielern über die gesprochen wird. Superbowl – der Medienevent, bei dem es sogar für Qualitätszeitungen wie der NZZ legitim zu sein scheint, über das Outfit von Spieler Cam Newton anstatt seiner sportlichen Leistungen zu schreiben. Was einmal ein Sportevent war, ist heute zum Medienevent mutiert. Der Superbowl wurde zu einer Arena:  Von Medien und Werbetreibern dominiert und zur Vermarktungsplattform genutzt.

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