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Unser zweites Meeting in der Diskussionsreihe KONTXTALKS fand am 9. Juni im OBC Center Zürich an der Europaallee statt. Unter der provokanten These «König war gestern, der Kunde ist jetzt Mr. President» referierte German Ramirez, Inhaber der Consulting Agentur Sparks & Strategy, über die digitale Transformation in Marketing & Vertrieb.

Die eigene Homepage ist für viele Unternehmen das Herzstück ihrer Onlinepräsenz und das sollte sie auch sein. Eine visuell ansprechende und einwandfrei funktionierende Webpage sowohl für die Desktop- als auch für die Smartphone-Nutzung ist ein Must Have für Unternehmen, die ihren Bekanntheitsgrad dank online Strategien steigern wollen. Relevante User müssen sich nicht nur auf der Seite schnell zurechtfinden, sondern in erster Linie überhaupt einmal auf die Homepage stossen. Das Allerweltswort dazu ist oftmals: Search Engine Strategy. Mit Hilfe von gezieltem SES sollen Inhalte entweder auf organischem (Search Engine Optimization) oder bezahltem Wege (Search Engine Marketing) von Usern gefunden werden. Dabei scheinen bis heute viele Unternehmen nicht erkannt zu haben, welches Potential richtig umgesetzte Search Engine Strategien bergen.

Meinungsäusserung ist ab sofort nicht mehr gratis. Zumindest wenn es nach Michael Robertson von Solid Opinion geht. Solid Opinion ist ein Start Up, das eine Software für Onlinezeitungen entwickelt hat, welche die Kommentarfunktion unter Artikeln kostenpflichtig macht. Robertson ist sich sicher, dass dies in Zukunft eine neue wesentliche Einnahmequelle für Medien sein wird. Und tatsächlich gibt es bereits Onlinezeitungen in Amerika, die Meinung nur noch gegen Bezahlung sichtbar machen (bei "Tablet Magazine" bezahlt man zwei Dollar pro Tag, um Kommentare zu veröffentlichen).

Nicht erst seit den jüngsten Aussagen hoher Vertreter der Medienbranche sorgt die Krux mit der Einflussnahme von Inserenten auf Redaktionen für Gesprächsstoff. Aus PR-Sicht fragen wir uns: Wieso spielt sich die Medienbranche den schwarzen Peter selber zu?

Daniel Abbou, Pressesprecher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg, wurde nach einem Interview mit dem PR Magazin entlassen. Die kritischen Aussagen bezüglich des Neubaus und der geplanten Wiedereröffnung kamen in der Chefetage gar nicht gut an. Da stellt sich uns gleich die Frage: Wie ehrlich darf Kommunikation denn sein?

„Adblocker“ – was bereits wie eine schlimme Krankheit klingt, ist in der Chefetage von vielen Unternehmen und Produktvertrieben tatsächlich gefürchtet. Gutes Beispiel dafür war im letzten Jahr die Bildzeitung. Sie führte eine Adblocker-Sperre auf ihrer Homepage ein und verfolgte jedes Umgehen dieser Sperre mit rechtlichen Schritten. Damit verärgerte sie nicht nur ihre Kunden, sondern erntete auch grossen Spott und Hohn. Es zeigt, dass viele Unternehmen den richtigen Umgang mit neuen Herausforderungen noch nicht gefunden haben. Anstatt Kreativität walten zu lassen, setzen sich viele Unternehmen selber Scheuklappen auf.

Ist man ein Aussenseiter, wenn man auf den sozialen Plattformen nicht präsent ist? Sagen wir mal so: Wer die Onlineplattformen noch nicht für sich selber entdeckt hat, gilt fast als Outsider. Selbst wenn er oder sie sich stumm und leise verhält und nur als Zaungast präsent ist, wird man durch die vielen Medienberichte, die sich auf Social Media Quellen stützen oder Social Media selber zum Thema machen, nicht verschont. Heisst das also im Umkehrschluss, dass Social Media omnipräsent ist und unser Leben mehr beeinflusst und prägt, als wir wahrhaben wollen? 

Die SBB machte montags Schlagzeilen – für einmal nicht mit verspäteten Verbindungen oder Zugausfällen sondern mit einer mutigen Kampagne, die sich vor nörgelnden Pendlern nicht scheuen soll. Ausgerüstet mit Kameras gab die SBB am Montag den Kunden die Möglichkeit, ihre Kritik oder auch Lob direkt mitzuteilen. Auch auf der Homepage und auf den Social Media Kanälen soll die Diskussion angeregt werden. Die Idee ist, dass Unzufriedenheit direkt angesprochen wird und die Pendler mal Dampf ablassen können. Doch lässt die SBB den Worten auch Taten folgen?

Wenn man sich heute Morgen am HB in Zürich nur schwer durch die Menschenmenge ringen konnte, hatte das einen guten Grund. Im Zuge einer Werbeaktion von der Kampagne für das bedingungslose Grundeinkommen wurden 10‘000 10-er Noten verteilt. Der Andrang war entsprechend gross – genauso wie der Medienrummel, der seit Ankündigung der Aktion bis nach der Verteilung anhält. Eine gelungene Kampagnenaktion also?

Mit dem Entscheid, dass dem Joint Venture die zielgruppenspezifische Werbung verwehrt bleibt, ist die Werbeallianz zwischen Ringier, Swisscom und der SRG eigentlich hinfällig. Dies sieht auch Andreas Häuptli vom Schweizer Medienverband so: «Ohne zielgruppenspezifische Werbung macht die Allianz keinen Sinn». Die potentiellen Synergien können so nicht ausgeschöpft werden und die eingesetzten Werbebudgets verpuffen. Zielgruppenspezifische Werbung ist wegleitend für die Zukunft und wird früher oder später von ausländischen Medien umgesetzt werden. Springt die Schweiz auf diesen Zug nicht auf, ist er abgefahren.

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