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Im Januar 2016 hat die UNO die Sustainable Development Goals, kurz SDG, verabschiedet. Zu ambitiöse Ziele, wie einige Stimmen bemängelt haben. Doch ist nicht genau dieser Ansporn gefragt, um Bewegung in Sachen Nachhaltigkeit auf die grosse Bühne zu bringen? Wir schauen ein Jahr nach Inkrafttreten der 17 SDG hin und finden, der Anfang ist gemacht und das ist gut so. Nun gilt es, diesen Effort im Kleinen und Grossen auszubauen und kommunikativ mit entsprechenden Argumenten zu untermauern.

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der UNO umfasst 17 konkrete Ziele – von der Bekämpfung des Hungers und der Armut über Geschlechtergleichstellung, Wasser und Gesundheit bis zur Förderung von friedlichen Gesellschaften – die von der Staatengemeinschaft bis 2030 zu erreichen sind. Sie ist ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung, zur Förderung des menschlichen Wohlergehens und zum Schutz der Umwelt auf globaler, nationaler und lokaler Ebene. Zudem greift sie Aspekte wie Frieden, Rechtstaatlichkeit und Regierungsführung auf, welche für die nachhaltige Entwicklung von grundlegender Bedeutung sind.

Mit Inkrafttreten der Ziele ging eine Hoffnung auf echte Veränderung einher, die in der UN-Klimakonferenz in Marrakesh im November 2016 gipfelte. Im Rahmen der Konferenz wurde ein kollaborativer Effort von Politik und Wirtschaft besiegelt. Diese Ausgangslage ist unerlässlich, um eine stärkere Verzahnung des öffentlichen und privaten Sektors zu erreichen und den damit einhergehenden gemeinsamen Einfluss auf die Wertschöpfungskette von Industrie und Produktion zu gewährleisten. 

Enger Schulterschluss ist gefragt, keine One-Man-Show 

Denn nachhaltiges Handeln ist keine One-Man-Show. Auch wenn gewisse Staatsmänner jenseits des Atlantiks das gerne so hätten, ist vielen Unternehmen mittlerweile bewusst: Nachhaltigkeit im Unternehmen wie z.B. eine nachhaltige Supply Chain und der Einsatz von erneuerbaren Energien sind nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch vorteilhaft. Dies gilt für grosse wie auch für kleine Unternehmen.

Dass sich nur ein Jahr nach Inkrafttreten der SDG bereits etwas tut, lässt sich an einigen Beispielen dokumentieren. Ende 2016 haben sich mehr als 80 Unternehmen in Grossbritannien (u.a. IKEA, Sainsbury`s und Tesco) zusammengesetzt, um in einem offenen Brief an die Regierung ihr Commitment für die Umsetzung der SDG zu bekräftigen und zu unterstreichen, dass es von Regierungsseite her gewisser Rahmenbedingungen bedarf, damit Unternehmen ihren Beitrag leisten können.

Unternehmen wie zum Beispiel Patagonia investieren zur Erreichung der SDG vermehrt in Fair Trade und schaffen faire Bedingungen für ihre Arbeitnehmer in Indien, u.a. mit Kinderbetreuung am Arbeitsplatz. Städte wie Birmingham starten im Namen der SDG Initiativen, die auf öffentlichen Verkehr setzen, um die Luftverschmutzung zu verringern.   

Auch die Schweiz leistet einen Beitrag und hat für die Umsetzung der SDG im Juli vergangenen Jahres in New York als eines der ersten Länder erste Zwischenresultate präsentiert. Sie hat hierfür eine überregionale Gruppe von sieben Ländern koordiniert, der es gelang, die übrigen Länder von der Etablierung eines Überprüfungsmechanismus zu überzeugen.* 

Transparente Kommunikation gegenüber der Bevölkerung bestimmen den Erfolg

Ein unumgänglicher Punkt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Umsetzung der SDG ist die internationale Diskussion und zwischenstaatliche Abstimmungen. Doch auch hier gilt: innenpolitisch muss in den Ländern laufend zur Agenda 2030 mit den zugehörigen Zielen kommuniziert werden. Denn diese ist weder der Schweizer Bevölkerung noch den meisten national ausgerichteten sozial-, wirtschafts-, umwelt- oder bildungspolitischen Akteuren bekannt. Daher ist es eine erste Aufgabe des Bundesrats, bei jeder Gelegenheit gegenüber der Öffentlichkeit und verwaltungsintern über die Agenda 2030 und deren Bedeutung für die Schweiz zu informieren und aufzuklären. Nur mit einer breiten Aufklärungskampagne lassen sich die SDG in der Bevölkerung und in den kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Ämtern verankern.

Ausgangspunkt von Nachhaltigkeit: Kommunikation mit allen Stakeholdergruppen

Das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen, die über ein entsprechendes Budget verfügen, scheint für grosse Firmen einfach zu sein, ist man schnell versucht zu sagen. Doch auch für kleine und mittelständische Unternehmen lohnt sich die Investition in nachhaltiges Handeln. Konsumenten hinterfragen ihre Produkte und Dienstleister immer mehr. Eine ehrliche und transparente Kommunikation ist der Ausgangspunkt, um nachhaltiges Handeln nach innen und aussen verankern zu können. Die Art der Umsetzung muss im richtigen Kontext erfolgen und zum Unternehmen und dessen Tätigkeit passen. So gesehen bei Gamma Catering AG. Das KMU ist als erstes Catering Unternehmen der Schweiz mit der Nachhaltigkeits-Zertifizierung «Sustainable Company» ausgezeichnet worden und zeigt, dass Umweltbewusstsein auch in kleineren und mittleren KMU erfolgreich umgesetzt werden kann. 

 

* Quelle: https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-62755.html