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Ein Gespenst namens “Fake News” geht im World Wide Web um. Falschinformationen beschäftigen seit geraumer Zeit Behörden und Politiker rund um den Globus. Spätestens seit der Wahl Donald Trumps ins Weisse Haus stellt sich die Frage, welche Tragweite und welchen Einfluss die Verbreitung von Fake News auf unsere Gesellschaft hat.

Deutschland ist sich der Gefahr von Fake News bewusst: Jüngst wurde bekannt, dass das Bundesministerium des Innern ein Abwehrzentrum gegen Desinformation einzurichten plant. Im Hinblick auf die bevorstehenden Bundestagswahlen sei rasches Handeln gefordert, heisst es aus dem Ministerium. Kritik an dieser geplanten Massnahme ist allerdings vorprogrammiert. Wo endet die Bekämpfung von Falschinformation und wo beginnt die Einschränkung der Meinungsfreiheit, ja gar die Zensur? Eine Frage, mit der sich unsere Gesellschaft dringend auseinandersetzen muss. Auch in der Schweiz - Fake News haben bei uns Einzug erhalten, wie Recherchen der Sonntagszeitung gezeigt haben.

Der Mechanismus, der Fake News überhaupt erst “funktionieren” lässt, ist die selektive Wahrnehmung. Bei diesem psychologischen Phänomen werden laut Wikipedia “nur bestimmte Aspekte der Umwelt aufgenommen und andere ausgeblendet.” Damit wir mit der Informationsflut, die tagtäglich auf uns einprasselt, umgehen können, benötigen wir Bewältigungstaktiken. Eine davon ist die Suche nach uns bekannten und vertrauten Mustern. Die Meinung zu bestimmten Themen ist grundsätzlich vorgefertigt und so suchen wir nach den Aspekten, die unsere bereits bestehenden Überzeugungen unterstützen und uns in unserer Erfahrung bestätigen. Wir suchen Bestätigung für das, woran wir ohnehin schon glauben - ob dies den tatsächlichen Fakten entspricht spielt dabei bloss eine Nebenrolle.

In der PR- und Marketing-Welt lautet das Schlagwort der Stunde “Storytelling” - ist dies am Ende gar auch eine Form von Fake News? Tatsächlich werden Elemente von realen Personen und wahren Gegebenheiten in einen plausiblen Kontext gestellt, der allerdings wenigstens teilweise frei erfunden ist. Demgegenüber haben Fake News jedoch überhaupt keine wahre Grundlage und sind komplett aus der Luft gegriffen. Eine Kostprobe gefällig? «Papst Franziskus unterstützt Trump», war auf den Social Media der erfolgreichste Artikel in den letzten drei Monaten vor der Präsidentschaftswahl. PR-Profis achten peinlich genau darauf, dass die Botschaft, welche aus der erzählten Geschichte hervorkommt, ein Abbild der Realität sein könnte. Denn wir wissen: Glaubwürdigkeit ist das A und O in unserem Business und das höchste Gut, welches wir niemals leichtfertig verspielen dürfen.

Fake News hindern Öffentlichkeitsbeauftragte in ihrer täglichen Arbeit insofern, als dass Medienkonsumenten sich je länger je mehr die Frage nach der Glaubwürdigkeit einer Nachrichtenmeldung stellen werden. Das Misstrauen, nicht nur gegenüber News im Social Web, sondern auch gegenüber den Headlines etablierter Medienhäusern wächst. Für uns bedeutet das ein noch stärkerer Kampf um das Vertrauen der Medienkonsumenten. Unsere Aufgaben ist es, für unsere Kunden eine kontinuierliche, glaubwürdige und ehrliche Kommunikation zu garantieren und diese auf professionell hohem Niveau aufrechtzuerhalten und zu pflegen.